Waschbären

Der Tag an dem die Waschbären zu uns kamen, war der 13. Mai 2006. Aufmerksame Menschen fanden die ca. 6 Wochen alten Tiere in Förstgen. Da von ihrer Mutter weit und breit keine Spur war, musste gehandelt werden. Ein ausrangierter Hundekäfig sollte für die nächsten 3 Wochen eine Ersatzunterkunft sein und unsere Tierheimleiterin Frau Zille wurde zur Ersatzmutter der beiden noch hilflosen Waschbärenbabys. Nun gab es also für die nächsten Wochen im Büro des Tierheimes eine Kinderstube. Natürlich wurden die Neuankömmlinge erst einmal mit einigem Argwohn und aus der Ferne von unseren Bürokatzen begutachtet. Man muss dazu sagen, dass sich die Begeisterung sehr in Grenzen hielt. Die kleinen Rabauken machten ja schließlich laut und deutlich auf sich aufmerksam, besonders wenn sie Hunger hatten. Die Fütterung erfolgte anfangs alle 4 Stunden. Zuerst gab es Fläschchen und später kamen breiige Sachen dazu, wie beispielsweise Katzenfutter. Das gab es aber auch erstmal aus der Hand von Frau Zille, die nachher entsprechend aussah. Zum Glück hatten sich die Kleinen bald daran gewöhnt, dass die Nacht zum Schlafen da ist und so mussten sie nachts nicht gefüttert werden. Neugierig wie die kleinen Waschbären waren, haben sie die Fütterungszeit genutzt, um im Büro auf Entdeckungsreise zu gehen. Anfänglich wurde Frau Zille als “Kletterbaum” genutzt. Knöpfe, Ohrringe und Haarspangen fanden die Beiden zu interessant. Alles wurde in die kleinen Hände genommen, um es genau zu untersuchen. Bald wurden die Ausflüge erweitert und man wurde schließlich auch immer mutiger. Natürlich lag da auch ab und an ein Katzenschwanz herum und mit dem ließ es sich besonders gut spielen. Allerdings war der restliche Teil der Katze, von diesem Spiel nicht sehr begeistert. Bald wurde die Hundebox zu klein für die beiden Waschbären, die sich prächtig entwickelten. Und so erfolgte nach ungefähr einem Monat der Umzug in unser Katzenhaus. Allerdings war diese Lösung nicht von langer Dauer, da wie der Name Waschbär sagt, alles was greifbar war in den Katzennäpfen gewaschen wurde. Das Futter wurde durch die Gegend geschleppt und somit war die Unordnung perfekt. Man muss auch sagen, dass eine gewisse Geruchsbelästigung von den Beiden ausging. Also erfolgte der Umzug in den Katzenauslauf. Damit stellte sich natürlich ein neues Problem, die Katzen konnten nun nicht mehr hinaus. Und so beschlossen wir für die Beiden ein eigenes artgerechtes Gehege zu bauen, da an eine Auswilderung natürlich nicht mehr zu denken war und wir wollten sie auch nicht mehr weg geben. So baute Matthias Bauer zusammen mit Mario Hoffmann und Andreas Schilling das neue Gehege der Waschbären. Beim Bau musste darauf geachtet werden, dass die Beiden keine Möglichkeit finden sich unter dem Gitter hindurch zu graben. Auch die obere Begrenzung muss dicht sein, dass die Zwei bei ihren Klettertouren nicht ausbrechen. In das 30 Quadratmeter große Gehege wurden ein Haus zum Schlafen und Klettern, Schlafhöhlen, Kletterbäume und natürlich ein Waschbassin eingebaut. Ein großer hohler Baumstamm und Katzenkörbe geben dem Ganzen noch die richtige gemütliche Atmosphäre. Am 30. Juli war es dann soweit. Das neue Gehege wurde eingeweiht und bei der Gelegenheit erfolgte die Taufe unserer Waschbären. Mit viel Publikum, sogar die örtliche Presse war da, Eis für jeden und Sekt erfolgte die Feier. Ein Waschbär wurde mit einer Selterdusche auf den Namen Toddy getauft. Sein Bruder zog es vor, den Festakt zu verschlafen und erhielt den Namen Dick. Eigens für die Beiden wurde eine passende Geschichte geschrieben, die am Gehege ausgehangen wurde. Das neue zu Hause für Dick und Toddy ist ein voller Erfolg geworden. Die Beiden fühlen sich darin sehr wohl, klettern überall herum und kommen sofort neugierig an den Zaun, wenn Besuch davor steht. Seit die Waschbären bei uns sind, kommen auch sehr viele Familien mit ihren Kindern vorbei, um zu sehen was die Beiden so treiben. Eine Lieblingsbeschäftigung von Dick und Toddy ist es alles was irgendwie interessant ist, durch ihren Zaun zu ziehen. Auf Schlüssel und ähnliche Dinge sollte man daher gut aufpassen. Die Beiden haben sich mittlerweile gut entwickelt. Toddy ist der größere, der sehr anhänglich geblieben ist, Dick hingegen ist etwas kleiner und ein ziemlicher Rabauke. Also ein Besuch lohnt allemal, schon um unsere Waschbären kennen zu lernen. Ende Mai 2011 wurde ein weiterer Waschbär bei uns aufgenommen. Herbie, wie wir den Neuankömmling nannten, wurde mit ca. 1 Monat von einem aufmerksamen Kraftfahrer auf einer Straße in Rietschen entdeckt und rasch mit einer Jacke eingefangen. Weil er noch so jung war, musste er durch unsere Tierheimleiterin Frau Zille und ihre Tochter von hand aufgezogen werden. Somit lebte er mit in der Wohnung und gewöhnte sich an Mensch und Tier. Herbie ist frech wie Oskar und liebt Streicheleinheiten über alles. Mit anderen Tieren kommt er sehr gut aus. Seit September lebt er bei den anderen beiden Waschbären Dick und Toddy.